WASSER WESEN

Herzlich Willkommen, zu „WASSER WESEN – Eine Ausstellung für mehr Wasserbewusstsein“ im DIALOGMUSEUM Frankfurt. Nutze das WLAN des Museums, um den Begleittext der Ausstellung online zu lesen: Name: Dialog-Guest. Password: $Dialog-Guest$.  

Dieser Ausstellungsraum stellt Wasserprojekte zwischen künstlerischem Aktivismus und wissenschaftlicher Forschung vor, lädt durch Tastobjekte und Videos zum Erleben ein und erklärt was Jede*r einzelne tun kann, um das Wasser zu schützen.  

Die Ausstellung befindet sich in einem Raum rechts vom Museumseingang. An der Tür des Raumes hängt das Impressum mit Angaben zu den Beteiligten und Unterstützer*innen. 

Die Ausstellung folgt keiner bestimmten Reihenfolge und kann frei nach Interesse erkundet werden. Die folgende Ausstellungsbeschreibung beginnt mit dem Impressum an der Tür und führt weiter nach links immer der Wand entlang. Zur Orientierung mit dem Langstock kann daher der untere Wandabschluss immer in Gehrichtung links genutzt werden. Ungefähr nach 3 Metern geradeaus stehen vier Hocker vor einem Fernseher mit Kopfhörern, rechts davon steht ein kleiner dreieckiger Tisch mit Tastobjekten zum Wasser Wesen, in der Mitte des Raumes gibt es einen Tisch mit Tastobjekten zum Aussehen von Wassertropfen.

Die Plakate mit den Wandtexten sind in dunkelblauer Schrift auf sandfarbenem Hintergrund gestaltet, einige sind mit blauen Segmentkreisen verziert, die aus Wellenmustern geformt sind und/oder drei roten großen Punkten. Farben, Formen und Muster erinnern an das Wasser Wesen, welches in einem großen Porträtbild an der Wand gegenüber der Eingangstür zu finden ist.

Falls du dich setzen möchtest, kannst du die Hocker vorm Fernseher oder unter dem Tisch in der Mitte des Raumes nutzen. Wenn du Fragen hast oder Hilfe brauchst, kann du dich jederzeit an den Besuchsservice wenden.

Wir beginnen den Rundgang an der Eingangstür zum Ausstellungsraum.

WASSER WESEN – Eine Ausstellung für mehr Wasserbewusstsein

DIALOGMUSEUM & Anoosh Werner

In völliger Dunkelheit begegnest Du dem Element Wasser neu – hörend, tastend, schmeckend. Geführt von blinden und sehbehinderten Guides wird es sinnlich erfahrbar. Die Ausstellung lädt dazu ein, Deine Beziehung zum Wasser zu erkennen: als Wesen, als Lebensgrundlage, als Spiegel des eigenen Handelns. Im Hellen erwarten Dich Mitmach-Stationen und Wissenswertes rund um das Thema Wasser sowie spannende Projekte und Persönlichkeiten zum Kennenlernen und Vernetzen.

Rechts von dem Text führen QR-Codes zu drei verschiedenen Webseiten. Der Erste zum Test mit Beschreibungen in Deutsch, der zweite zu einer Seite in einfacher Sprache in Deutsch und der Dritte zu einer Seite auf Englisch.

Impressum

Konzept & Kuration
Maureen Ekizoglu, Anoosh Sophie Werner

Texte
Anoosh Sophie Werner, Verena Rossow & Fanny Frick-Trzebitzky (ISOE)

Presse & Lektorat
Laura Margielsky

Ausstellungsdesigne
Lizzy Jäkel

Barrierefreiheit
Laura Margielsky

Haustechnik
Lucas Hainz

Grafikinstallation
Grafix GmbH

3D Druck
Nils Wegener, Hochschule Mainz – University of Applied Sciences, Christine Mayerhofer

Soundinstallation
Julia Mihály

Besuchsservice
Luna Eckart, Janina Ehlert, Poet Ernst, Noah Handschuh, Lizzy Jäkel, Adrian Kaiser, Fabienne Philipp, Serafina Stöhr

Ausstellungsguides
Nooran Ahmad, Navidullah Aziz, Edvin Duric, Yasmina El-Mimouni, Benjamin Godzi, Mirko Krämer, Patricia Mate, Christina Müller, Tetyana Petrak, Elisa Reinecke, Afsaneh Sadeghi, Sezen Stearn, Anne Petrine Waagö

Danke
Julia Reisinger, Karsten Krüger (Stadtplanungsamt), Patrick Temmesfeld (blista), Dr. Tobias Mahnke (blista)

Gäste WLAN
Dialog-Guest
Passwort: $Dialog-Guest$

©2026 DIALOGMUSEUM

Logos der Kooperationspartner*innen:

Anoosh Sophie Werner, Wasserbotschafterin (Dunkelblaue Schrift mit einem großen Wellen- und Strudelmuster darunter.)
LWV Hessen, Landeswohlfahrtsverband Hessen (Schwarze Schrift mit hellblauer geschwungener Linie die in einem roten Punkt endet.)
Institut für Strömungswissenschaften im Verein für Bewegungsforschung e.V. (Schwarze Schrift, rechts davon ein schwarzen Wellenmuster.)
ISOE, Institut für sozial-ökologische Forschung (Schrift in grün und orange.)
regulate (Dunkelblaue Schrift, recht davon ein dunkelblauer und ein hellgrüner Halbkreis die sich an einer Spitze berühren.)
care wasser e.V. (Schwarze Schrift, links davon ein schwarzes Herz in dessen oberen Abschluss eine Wellenform ausgespart ist.)
Stadt Frankfurt am Main (Dunkelgraue Schrift mit dem Stadtwappen in Rot.)

Oben rechts vertikal am Plakatrand das Logo des DIALOGMUSEUM:
DIALOGMUSEUM Frankfurt (Logo in schwarzen Versalien „DIALOGMUSEUM“, das Wort „FRANKFURT“ bildet über dem letzten „M“ einen kleinen Kreis)

Ab hier startest Du mit dem ersten Plakat der Ausstellung, links an der Wand.

Plakat 1

Anoosh Sophie Werner 

Anoosh Sophie Werner ist bikulturell geprägt und trägt sowohl die armenische als auch die deutsche Kultur in sich. Seit über zwölf Jahren engagiert sie sich als freiberufliche Wasserbotschafterin, Künstlerin und Zukunftsgestalterin für den Schutz des Wassers. In ihrer Arbeit verbindet sie politischen Aktivismus mit Bildung, Kunst und Yoga. Sie arbeitet nicht in klar abgegrenzten Disziplinen, sondern in Kreisläufen, in denen körperliche Praxis, gesellschaftliche Prozesse und ökologische Zusammenhänge miteinander verbunden sind. Zudem ist sie aktives Mitglied der internationalen zivilgesellschaftlichen Initiative Blue Community.

Ihr kreativer Aktivismus ist deutschlandweit sichtbar. Unter anderem entwickelte sie den „Wasserkoffer“, der 2022/2023 mit der „Nationalen Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Deutschen UNESCO-Forschung und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie mit weiteren Preisen gewürdigt wurde. Darüber hinaus realisierte sie den acht Meter langen, begehbaren Wal „plapla! Plastik und plankton“, gebaut aus Holz und gesammeltem Plastikmüll. Das Projekt wurde 2019 erstmals vor dem Bundestag präsentiert und reiste anschließend durch Deutschland. Mit Freundinnen entwickelte die die Regenbank, als Ort der Begegnung, des Verweilens und der Auseinandersetzung mit Wasser im öffentlichen Raum dient.

Seit 2024 schreibt Anoosh Texte aus der Perspektive des Wassers und entwickelte die Performance Aquatopia, die 2025 mit dem internationalen Social Art Award ausgezeichnet wurde. Aus 920 Bewerbungen aus 70 Ländern wurde ihr künstlerischer Aktivismus prämiert. Der von Daniel Falk produzierte Film „The Water“ wurde auf der COP25 in Brasilien gezeigt.

Sie versteht es als ihre Lebensaufgabe, Bewusstsein für Wasser und das Lebendige zu schaffen, stets geleitet vom Wasser selbst.

www.anoosh.de 

Auf dem Plakat oben rechts ein Foto von Anoosh Werner (©Daniel Falk), eine junge Frau mit langen, braunen Haaren lächelt in die Kamera, sie steht vor einer Holzwand und trägt ein gelbes T-Shirt. Unten rechts bildet ein blauer Halbkreis, der aus Wellenmustern geformt wird, den Hintergrund. Über diesem blauen Muster liegen drei große rote Punkte, die farblich hervorstechen.

Zwei Schritte weiter der Wand entlang folgt der nächste Wandtext.

Plakat 2

Anooshs Wasser Herzensprojekte

Carewasser e.V. ist ein junger, gemeinnütziger Verein, der sich aus einem interdisziplinären und generationsübergreifenden Team aus Deutschland zusammensetzt. Im kern verbindet carewasser e.V. Kunst, transformative Bildungs- und Kommunikationsformate sowie wissenschaftliche Expertise, um eine neue Wasserkultur zu fördern. Wasser wird dabei nicht nur als Ressource, sondern als Quelle von Leben, Inspiration und Gemeinschaft erfahrbar gemacht.

Mit kreativen Formaten, Bildungsprojekten und partizipativen Ansätzen setzt der Verein Impulse für nachhaltiges Denken und Handeln und trägt aktiv zur Entwicklung einer neuen Wasserkultur bei.

Du hast Lust dich für das Wasser zu engagieren? Dann fühl dich herzlich eingeladen, bei und mitzumachen!

carewasser e.V. ist ein junger, gemeinnütziger Verein,

www.carewasser.org 

Links neben dem Text das Logo: In schwarze Schrift „carewasser e.V.”, links davon ein schwarzes Herz in dessen oberen Abschluss eine Wellenform ausgespart ist.

Rechte der Natur e.V. setzt sich dafür ein, dass Ökosysteme wie Flüsse, Wälder und Moore als eigenständige Rechtsträger anerkannt werden und damit verbindliche Ansprüche auf Schutz, Erhalt und Regeneration erhalten. Durch juristische Innovation, lokale Projekte und gesellschaftliche Aktivierung zielt der Verein auf robuste Rahmenbedingungen für eine nachhaltige demokratische legitimierte Transformation.

www.rechte-der-natur.org

Links neben dem Text das Logo: In schwarzer Schrift „Rechte der Natur e.V.“ links davor eine stilisierte weibliche Figur mit Augenbinde und einer Waage in der rechten ausgestreckten Hand, die Beine formen Wurzeln.

Blue Communits. Wasser als öffentliches Gut zu schützen, ist überlebenswichtig – global wie lokal. Die Blue Community ist eine parteiunabhängige zivilgesellschaftliche Initiative, die diesen Schutz fördert und das Menschenrecht auf Wasser als öffentliches Gut als zentrales Ziel verfolgt. Kommunen, Schulen und Universitäten können die Prinzipien der Blue Community annehmen. Unterstützt von Zivilgesellschaft, NGOs und Wasserversorgern bietet die Bewegung konkrete Lösungen für gerechte, nachhaltige und saubere Wassernutzung.

www.bluecommunity.net 

Links neben dem Text das Logo: Ein weißer Wassertropfen auf blauem Grund umgeben von einem Kreis, darin in Versalien oben „BLUE“ unten „COMMUNITY“.  

Das Institut für Strömungswissenschaften forscht basierend auf Theodor Schwenks Arbeiten und verfolgt ein ganzheitliches Verständnis des Wassers, das durch neue Untersuchungsansätze erweitert wird.

Ziel ist es, das Wesen des Wassers zu verstehen, öffentliche Bewusstseinsbildung zu fördern und praxisnahe Lösungen für den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu entwickeln, ergänz durch anthroposophische Geisteswissenschaft.
Das Institut bietet Vorträge, Workshops und eine Experimenten-Ausstellung an. Die Methoden umfassen Wasserprobenanalysen zur Strömungsdynamik (Tropfbild), Wirkungssensorik und Algenuntersuchungen sowie eine chemisch-biologische Qualitätsprüfung von Trinkwasser.

www.stroemungsinstitut.de

Links neben dem Text das Logo: In schwarzer Schrift „Institut für Strömungswissenschaften im Verein für Bewegungsforschung e.V.“, rechts davon ein schwarzes Wellenmuster.

Die Bewegung Rechte der Spress ist in Deutschland von großer Bedeutung, denn sie stößt einen Paradigmenwechsel an. Sollte die Spree als erster Fluss Rechte bekommen, ist das der Startschuss für einen Systemwandel in Einklang mit der Natur. Und vielleicht auch Inspiration dafür, dass der Main ein Rechtsobjekt wird.

www.rechte-der-natur.org/rechte-der-spree/ 

Links neben dem Text das Logo: In weißen Versalien „RECHTE DER SPREE“ in einem dunkelblauen Kreis mit hellblauem Wellenmuster.

Ganz unten auf dem Plakat der Aufruf: Unterstütze jetzt die Petition und gib der Spree eine Stimme! Rechts davon ein QR-Code zu der Petition.

Unten links bildet ein blauer Segmentkreis, der aus Wellenmustern geformt wird, den Hintergrund.

Folge der linken Wand weitere 2 Meter und Du erreichst einen Fernseher, der an der Wand montiert ist, davor stehen vier Hocker mit Kopfhörern.

Videos

Aquatopia – „The Water“

Drei Wasserwesen reisen von der verborgenen Quelle der Havel bis ins Herz der Städte. In ihren Händen: Eis, eine fragile Botschaft. In ihrer Bewegung: Stille, Verwandlung und leise Fragen.

Der Kurzfilm Aquatopia „The Water“ von Daniel Falk dokumentiert eine poetische Performance im öffentlichen Raum, initiiert vom gemeinnützigen Verein carewasser e.V.. In Zusammenarbeit mit M.E.E.R. e.V..

Der Film reflektiert Wasser als Ursprung, Erinnerung und Verbindung und als Aufruf zum Handeln.

Konzept, Regie, Kamera & Schnitt: Daniel Falk
Basierend auf einem Text von: Anoosh Sophie Werner
Performance: Felicitas Seyffert, Fabian Ritter, Anoosh Sophie Werner
Bodypainting: Katrin Mendler
Kostüme: Elphame Fairy Circus (Qualle & Oktupus), Katrin Mendler (Avatar)

Interview HR Alle Wetter (6.9.2023)

Petrine Waagö, junge Frau mit langen braunen Locken, Sonnenbrille und schwarzem Kleid und der Moderator Thomas Ranft, in rotem T-Shirt, Brille und kurzen grauen Haaren, stehen in einem Studio an einem Stehtisch und unterhalten sich, im Hintergrund sieht man ein Bild von Frankfurt.

Weiter rechts, an der Rückwand des Raums folgt der nächste Wandtext, daneben ein großformatiges Porträt eines Wasserwesens. Vor dem Porträt steht ein dreieckiger Tisch mit verschiedenen Utensilien des Wasserwesens als Tastobjekten.

Plakat 3

Das WASSERWESEN stellt sich vor

Hallo du, hallo wir! 

Wie schön, dass du uns kennenlernen möchtest. Deiner Neugier, die größeren Zusammenhänge zu verstehen, folgst du und tauchst tiefer in die Magie und Fülle des Lebens. Wir sind das Wasser (H₂O), sind allgegenwärtig, jeden Moment mit und in dir, um dich herum. Unsere Gestalt zeigt sich in allem, was dein Leben umgibt. So sind wir Baum, Löwenzahn und Reh, aber auch Mensch und Insekt. Fliegen als Wolke empor am Himmel, fließen als Bach oder Fluss in Richtung Meer, wo sich alles wiederfindet. 

Dein Ursprung, der Ozean allen Seins. 

Wenn du uns verstehst, verstehst du die Welt, in der du lebst. Denn wir sind der Stoff, der alles zusammenhält. Lebendig, vital und bunt sprechen wir zu dir in all unseren Stimmen. Plätschernd als Bach, sprudelnd als Quelle oder tropfend als Regen. Rauschend als Welle ziehen wir dich in unseren Bann und lassen die Zeit zeitlos werden, weil wir uns bewegen im Kreislauf und unendlich Geschichte fließend gestalten. So kehren wir immer wieder zu dir zurück, benetzen deine Haut, als Tropfen, Gewässer oder Träne. 

Wir sind das, was bleibt, und das, was vergeht, so sind wir Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem Tropfen. 

Sind wir still, gleichen wir einem Spiegel und alles, was uns im Außen umgibt, ist in der Reflexion zu sehen. Erkenntnis und Weisheit liegen dort verborgen. Fangen auf alle Sorgen, bringen Ablenkungen zum Schweigen. In stiller Verbindung mit uns kommst du in tiefen Kontakt mit dir. Wirst entdecken, wonach du suchst, und deine Träume erwecken. 

Wenn du also mal nicht weiterweißt, dann komm doch zu uns. Setz dich zu uns an den See, ans Meer oder den Fluss. Erzähl uns, wie es dir geht, lass deine Gedanken schweifen und deine Traurigkeit los, gib sie uns. Stelle uns Fragen, warte, lausche, und du hörst unsere Antworten leise flüstern. So kreieren wir einen Resonanzraum der Verwandlung. Du kannst uns rauschend und plätschernd hören und als tiefer Atemzug steigen wir in deinem Körper empor. 

Denn wir sind da, mit dir, jeden Moment. Vom ersten Spermienschlag bis zu deinem Tod. Wir sind kein Lebewesen so wie du, und doch repräsentieren wir das Leben selbst, denn wir sind in allem enthalten, was lebendig ist. Wir kennen keine Grenzen und können dadurch erst all die Fülle ermöglichen, die dich am Leben hält. Sei es Apfel- oder Birnbaum, Zucchini oder Kartoffel, als Minze oder Myzel. All das nährt und lässt dich wachsen, vielleicht bringt es hin und wieder auch deinen Bauch zum Platzen. 

Wir sind nicht greifbar, denn unsere Gestalt wird erst durch den Zusammenhang sichtbar. Sei es in der Landschaft, die dich umgibt, in der Materie, die du als Gefäß oder Gegenstand formst. In deinem Körper, in deinen Organen, Knochen und dem Blut sind wir zu Hause. Und auch wenn wir nicht greifbar sind, kannst du uns fühlen, jeden Moment, denn wir sind Bewusstsein, das durch dich durchströmt.

Verstehst du uns, verstehst du das Leben.

So teilen und vereinen wir uns stetig, bleiben dennoch geschlossenes Ganzes.

Wir sind zuversichtlich, denn wir fließen immer weiter, egal wie steinig es um uns herum ist. Denn das Leben fließt, immer weiter, wenn du das einmal verstehst, wirst du heiter, denn die Anhaftung, die das Wachstum lähmt, verwandelt sich in Vertrauen und Akzeptanz, und genau das ist der Resonanzraum des Lebendigen, den es zu ergründen und zu erforschen gilt.

Dafür bist du hier. Zu lernen, liebend zu leben. In Einklang mit allem, was dich umgibt und in dir ist. Das ist nicht leicht und beinhaltet manchmal tiefe Fälle. Als Wasser fallen wir auch, Abgründe tief, prallen auf hartem Gestein auf.

Fließen weiter, stetig. Manchmal schnell und wirbelig, manchmal ruhig und sanft. Ja, ich weiß, wir wiederholen uns, weil das unser Wesen ist. Stetig im Kreislauf bewegend, nicht vergänglich, sondern ewig lebend.  

Wir sind das Wasser, und wir sind gekommen, um dich zu erinnern. 

Es folgt ein großformatiges Porträtbild eines Wasserwesens. Das Gesicht, die spitzen Ohren und die Haare der jungen Frau sind blau. Weiße und schwarze Wellen- und Punktmuster umrahmen ihre Augen. Über den Augenbrauen laufen rote Punkte über der Stirn bis zum Haaransatz in einer Spitze zusammen. Auf dem Kopf trägt sie eine gläserne Krone. Die untere Gesichtspartie ab der Nase ist von blauen Tüchern mit Wellenmustern verdeckt. Die Tücher umrahmen den Kopf auch im Hintergrund.

Auf dem Tisch vor dem Porträt liegen: ein blaues, dünnes Tuch, eine Augenmaske mit dunkelblauen, hellblauen und weißen Wellen-/Blasenmustern, ein Textilloop mit Pailletten in Lila, Blau und Silber Tönen und eine Stoff-Krone aus runden Formen mit blauen Bändern und einem blauen Fächerschleier.

Tropfbilder

Rechts davon, über die gesamte Langseite des Raumes, ist eine Wäscheleine gespannt. An der Wäscheleine hängen 15 Tropfbilder, immer 3 Bilder gehören zusammen und zeigen Wassertropfen aus verschiedenen Quellen. Die zusammengehörigen Bilder werden begrenzt von je einer Socke, danach folgen Tropen aus anderen Quellen.

Die ersten drei Bilder stammen von Abwasser, die folgenden drei von Leitungswasser, die nächsten von der Rot-Main-Quelle, anschließend Wasser aus dem Main (Höhe Westhafen Frankfurt) und schließlich von der Weiß-Main-Quelle.

Dazu gehören die vier Tastobjekte auf dem Tisch in der Mitte des Raumes. Sie machen die Tropfbilder von Abwasser, Leitungswasser, Weiß-Main-Quelle und Hafenwasser fühlbar. Sie sind auf der Rückseite beschriftet.

Hier gibt es auch Informationstexte.

Was ist ein Tropfbild?

Ein Tropfbild zeigt einen einzelnen Moment in einem Tropf-Versuch mit Wasser. Es zeigt, wie alle Stoffe im Wasser zusammenwirken und welche Wirkungen sie haben. Je nachdem, wie Sauber, lebendig oder belastet das Wasser ist, entstehen Tropfbilder, die unterschiedliche Wirbel und Linienformen zeigen.

Die Tropfbildmethode ergänzt chemische Analysen, kann aber keine einzelnen Stoffe nachweisen, sondern zeigt die „Formenreichheit“ und Beweglichkeit des Wassers als eigenen Qualitätsaspekt.

Man teilt ein Tropfbild in drei Bereiche:

Kernzone: Das ist der Bereich, in den der Tropfen zuerst fällt. Er hebt sich deutlich vom Rest des Bildes ab. Innen sieht man viele kleine, eher chaotische Formen.

Wirbelbereich: Von der Kernzone aus bilden sich Wirbel. Diese Wirbel haben eigene Formen und oft einen gewissen Rhythmus. Der Wirbelbereich geht nach außen hin in den Dendritenbereich über.

Dendritenbereich: Mit jedem weiteren Tropfen breiten sich die Strukturen immer weiter über das ganze Bild aus. Es entstehen viele Linien, die zusammen eine größere Ordnung bilden.

Wasser reagiert schon auf sehr kleine Kräfte mit Bewegung. Diese Bewegung zeigt sich als Strömung. Gestaltung und Formbildung passieren nur, solange das Wasser in anregender Bewegung ist.

Formen

Vielgestaltig: Ein reiches, differenziertes Bild. Zwischenwirbel, Wirbel und Girlanden verändern sich von Tropfen zu Tropfen.

Einfachblättrig: Viele lange, einfache, einander ähnliche Wirbel. Die Kernzone ist deutlich, aber nach außen hin nicht klar begrenzt.

Außenverstrahlt ringförmig: Die Tropfenflüssigkeit bildet einen Ring. Von innen nach außen gehen strahlenartige Linien durch diesen Ring.

Scheibenförmig: Die Tropfenflüssigkeit breitet sich wie eine Scheibe aus, ohne dass sich Wirbel bilden.

Rhythmische Rosette: In diesem Bild siehst du eine Rosette. Die Formen wiederholen sich gleichmäßig und wirken ruhig und schön.

Rosette: Hier sieht das Wasser aus wie eine Blume von oben. In der Mitte ist es dicht, nach außen öffnen sich „Blätter“.

Girlandige Rosette: Diese Rosette hat am Rand Bögen wie eine Kette. Die Linien legen sich wie eine Girlande um die Mitte.

Blättrige Girlande: Hier siehst du eine Girlande mit vielen „Blättern“. Die Formen hängen wie Blätter an einer Linie oder an einem Ring.

Girlande: Die Linien bilden eine Art Kette oder Kranz. Sie schwingen im Bogen um das Bild herum.

Gebundene Girlande: Diese Girlande ist dichter und fester. Die Formen liegen enger zusammen und wirken wie gebunden.

Tropfbildmethode

Die Tropfbildmethode wurde durch den Wasserforscher und Heilmittelhersteller Theodor Schwenk (1910–1986) entwickelt. Er bewies, dass Wasser nicht nur chemische Eigenschaften besitzt, sondern auch eine lebendige Tätigkeit und Wesenhaftigkeit. Diese zeigt sich in unterschiedlichen Gestalt- und Bewegungsqualitäten, in denen das Wasser Auskunft über den Zustand des Wassers, sich selbst und seinen Zustand im Leben gibt. Die Tropfbildmethode hilft, Wasser „neu“ zu betrachten. Sie offenbart sein Verhalten und seine Beziehungen.

Wie lernst du einen Menschen kennen? Über das Blutbild? Oder durch Begegnung und Gespräche? Wie kannst du das Wasser kennenlernen?

Die Tropfbildmethode präsentiert, wie es dem Wasser geht. Hierbei fällt ein Tropfen in regelmäßigen Abständen ins Wasser. Es entstehen Kreise, Wirbel und Formen. So lernen wir das Wesen des Wassers kennen und verstehen mehr, was es braucht, um selbst lebendiger und verspielter zu werden. Denn, umso mehr Tätigkeit und Strömungswirbel, umso lebendiger das Wasser, umso besser geht es ihm. Es ist eine Einladung unseren Blick zu vertiefen: von der reinen Sachebene zur Beziehungsebene. Konkret: Von Wasser als Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstand hin zu Wasser als Wesen.

Vorgang

Eine Petrischale ist gefüllt mit einer sehr dünnen Schicht (1,1 mm) Flüssigkeit bestehend aus der Wasserprobe und 12,5 % Glycerin. In regelmäßigen Abständen fällt ein Tropfen destilliertes Wasser hinein. So kommt die Wasserprobe immer wieder in Bewegung. Diese Bewegungen werden alle 5 Sekunden fotografiert. Es entstehen Tropfbilder. 

Zu sehen und fühlen sind 5 verschiedene Wässer: 

  1. Der Main, als Fluss in der Stadt Frankfurt am Main 
  2. Die beiden Quellorte des Mains: Roter Main und  
  3. Weißer Main 
  4. Frankfurter Leitungswasser, entnommen in einem Privathaus im Gutleutviertel 
  5. Abwasser 

Der Fluss Main ist ein wichtiger Bestandteil der Stadt Frankfurt am Main. Der Main entspringt an zwei Quellorten: der Weißmainquelle, inmitten des Fichtelgebirges und der Rotmainquelle, in der Fränkischen Alp. Die beiden Quellflüsse des Main vereinigen sich in Kulmbach und fließen von dort vereint durch viele verschiedene Städte, bis der Fluss dann in der Metropole Mainhattan, Frankfurt am Main, landet. Von dort fließt er weiter, bis er in Wörth am Rhein in den Rhein mündet.  

Unter dem Text folgt eine Landkarte mit dem Verlauf des Mains von seinen beiden Quellen, bis er in den Rhein mündet. Es sind zusätzlich wichtige Städte und Gebirge eingetragen.

An der letzten Wand des Raumes, auf der Seite der Eingangstür, folgen noch drei Wandtexte.

Plakat 4

Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) in Frankfurt am Main

Das ISOE ist ein führendes Institut der Nachhaltigkeitsforschung mit Sitz in Frankfurt am Main – Bockenheim. Wir entwickeln wissenschaftliche Grundlagen und zukunftsweisende Konzepte für sozial-ökologische Transformationen – regional, national und international. Gemeinsam mit unseren Partnern in Wissenschaft und Gesellschaft gestalten wir Räume für einen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit. Aktuell arbeiten ca. 80 Personen im Institut. (Darunter das Logo von ISOE, Institut für sozial-ökologische Forschung, Schrift in grün und orange.)

Was uns in der Forschung interessiert

Wie können wir unsere Gesellschaft so verändern, dass auch kommende Generationen gut leben können? Am ISOE arbeiten Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Fachrichtungen gemeinsam an Antworten: Naturwissenschaften und Sozialwissenschaften verbinden ihr Wissen – denn nachhaltige Lösungen brauchen beides: Fakten über Umwelt und Klima ebenso wie ein Verständnis dafür, wie Menschen handeln und entscheiden.

Im Mittelpunkt stehen Themen, die uns alle betreffen: der Schutz der biologischen Vielfalt, der Umgang mit den Folgen des Klimawandels, eine umwelt- und sozialverträgliche Landnutzung, nachhaltige Mobilität, der Schutz vor Schadstoffen –und natürlich: unser Wasser.

Denn Wasser ist Lebensgrundlage, Ressource und Zukunftsthema zugleich.

Grundwasser: Forschung am ISOE

Grundwasser ist eine unserer wichtigsten Ressourcen – und doch sehen wir es nicht. Es fließt verborgen unter unseren Füßen, speichert Wasser über lange Zeiträume und versorgt Millionen Menschen mit Trinkwasser.

Gleichzeitig stehen die Grundwasservorräte weltweit unter Druck. Globale Verflechtungen wie der Handel mit sogenannten „virtuellen Wassermengen“, internationaler Tourismus oder großräumige Fernwasserversorgungssysteme beeinflussen, wie viel Grundwasser wo genutzt wird. Vor Ort entstehen Nutzungskonflikte – etwa zwischen Landwirtschaft, Industrie und Naturschutz. Die Folgen können Übernutzung und eine Verschlechterung der Wasserqualität sein.

Im Forschungsprojekt regulate haben ISOE-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler fünf Jahre lang an verschiedenen Orten in Europa zu Fragen der Nutzung, der Verteilung, des Transports und zu Konflikten rund um die Ressource Grundwasser gearbeitet. Ziel war es, neue Wege für ein nachhaltiges Grundwassermanagement zu entwickeln.

Mehr darüber erfahren?

Es folgt ein QR-Code zu einer Seite über Nachhaltiges Wasser Management in Europa. Außerdem ein Foto des Teams. Sechs Personen stehen vor einem Gebäude und lächeln in die Kamera.

Plakat 5

Wusstet ihr schon …?

Grundwasser ist mal tief verborgen – mal ganz nah an der Oberfläche. Grundwasser ist überall unter unseren Füßen – mal dicht an der Oberfläche, mal tief unten. Auch hier in Frankfurt.  

Grundwasser fließt meist in völliger Dunkelheit. Es bewegt sich durch Gesteinsschichten, manchmal langsam und still, manchmal überraschend schnell. Seine Wege sind oft schwer zu verfolgen. Forschende nutzen Computermodelle oder färben Wasser ein, um zu beobachten, wo es wieder austritt.

Ein Großteil unseres Trinkwassers stammt aus Grundwasser. Es ist oft besonders rein und wird regelmäßig streng kontrolliert.

Grundwasser sichert Ernten und Ökosysteme. Felder werden damit bewässert. Wälder und andere Lebensräume überstehen Trockenzeiten nur, weil Pflanzen Wasser aus dem Boden ziehen können.

Weil wir es nicht sehen, vergessen wir leicht, wie wichtig es ist. Oft wird uns seine Bedeutung erst bewusst, wenn es knapper wird oder seine Qualität leidet.

Schon vom „virtuellen Wasser“ gehört? Wenn Produkte wie Kleidung oder Obst exportiert werden, wird indirekt auch das Wasser „mitgehandelt“, das zu ihrer Herstellung nötig war. Dieses im Produkt „versteckte“ Wasser nennt man virtuelles Wasser – es verbindet Wasserressourcen weltweit miteinander.

Lebt da unten jemand?

Vielleicht hast du jetzt ein klareres Bild davon, was Grundwasser ist – und warum es so besonders und schützenswert ist. Was viele nicht wissen: Grundwasser ist nicht nur Wasser. Es ist ein eigener Lebensraum. In den dunklen Räumen zwischen Sand- und Gesteinsschichten leben spezialisierte Organismen – oft winzig klein und kaum erforscht.

Eines dieser Tiere haben Forschende besonders ins Herz geschlossen: Karsten, das Grundwassertierchen. (Foto eines kleine, fast durchsichtigen Grundwassertierchens)

Grundwasserkörper bilden eigene Ökosysteme mit erstaunlicher Vielfalt. Doch wie genau sie funktionieren und welche Lebewesen dort noch verborgen sind, wissen wir bis heute nur in Teilen. Die Welt unter unseren Füßen ist also längst nicht vollständig entdeckt.

Klimawandel: Der Wasserkreislauf gerät aus dem Gleichgewicht

Der Klimawandel verändert den Wasserkreislauf der Erde – und damit auch das Grundwasser. In manchen Regionen steht plötzlich weniger Wasser zur Verfügung. In anderen fällt immer häufiger sehr viel Regen in kurzer Zeit – gefolgt von langen Trockenphasen. Für das Grundwasser hat das Folgen: Es kann sich oft nicht mehr so regelmäßig und verlässlich neu bilden wie früher. Gleichzeitig steigt unser Wasserbedarf. Wenn es lange heiß und trocken ist, brauchen Landwirtschaft, Städte und Ökosysteme mehr Wasser. Auch unter der Erde bleibt der Wandel nicht ohne Folgen: Wird das Grundwasser wärmer oder knapper, geraten die dort lebenden Organismen unter Stress. Doch gerade diese oft unsichtbaren Lebewesen sind wichtig für die natürliche Reinigung des Wassers – und damit für seine gute Qualität.

Was heißt das für uns? Je unsicherer die natürlichen Bedingungen werden, desto wichtiger ist ein sorgsamer und gerechter Umgang mit Wasser – heute und in Zukunft.

Plakat 6

Was kannst du tun?

Wasser schützen beginnt im Alltag – nicht nur ab und zu, sondern ganz selbstverständlich.

Wasser sparen: Kürzer duschen, seltener baden, den Wasserhahn nicht unnötig laufen lassen.

Regenwasser nutzen: Wenn möglich, Regenwasser auffangen – zum Beispiel zum Gießen von Pflanzen.

Wasser versickern lassen: Wo Boden nicht versiegelt ist, kann Regen ins Erdreich einsickern und neues Grundwasser bilden. Vielleicht gibt es auch in deiner Umgebung eine Stelle für eine Pflanze oder ein kleines Stück Grün?

Nachfragen lohnt sich: Die Stadt Frankfurt am Main bietet viele weitere Tipps zum Wassersparen.

Und im Urlaub kannst du bewusst hinschauen: Woher kommt das Wasser? Ist es knapp? Wie kannst du achtsam damit umgehen?

Probiere es Mal hier: (Es folgt ein QR-CODE zu der Seite „Frankfurt spart Wasser“)
Jede:r ein bisschen, zusammen ganz viel. Mach mit!

Vielen Dank

Du bist am Ende der Ausstellung angekommen. Wir hoffen es hat dir gefallen!
Rechts von dir befindet sich der Ausgang in das Museumsfoyer.

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