OUT OF SIGHT –
Invisible Bodies
Kompositionen von
Neo Hülcker und Roman Pfeifer
Premiere: 21./22. März 2025.

Schnaubkorrespondenzen
In Wien gibt es eine Gruppe von Psychologinnen, die das Schnauben von Pferden erforschen. Die Psychologinnen sind Expertinnen darin, Blubberschnauber, Vetoschnauber, Pruster, Schnorchler (und viele andere) durch Gehör und Audiogramm zu entschlüsseln. Ihr Prinzip der Schnaubkorrespondenz lehren Sie in einem online- Kurs. Von Juni 2024 bis Januar 2025 nahm ich Teil an dem Kurs und tauchte immer tiefer in die akustischen Feinheiten der Schnauber meines Pfegeponys Sami ein. Nebenher startete ich eine weitere Recherche und befragte mein Umfeld nach ihren Pferde-Erfahrungen und insbesondere geträumten Pferde-Erlebnissen. Mich beschäftigte immer mehr was das eigentlich für Interaktionen zwischen Pferd und Mensch sind. Wo überträgt der Mensch sein Menschsein auf das Pferd? Was projizieren wir auf Pferde? Wo verläuft die Differenz zwischen Mensch und Pferd? Und was machen sie in unseren Träumen? Alle zu hörenden Personen sind FLINTA*.
Neo Hülcker
Neo Hülcker ist Komponist* und Performer*. Seine* Arbeiten bewegen sich zwischen Musiktheater und Performance und beschäftigen sich mit digitalen Praxen (wie z.B. ASMR), Kindheit, Tier-Mensch-Beziehungen, queeren Handlungsweisen und kulturellem Hacking. Er ist Mitglied des Y-E-S-Kollektivs, welches künstlerische Arbeiten veröffentlicht, die sich u.a. mit Performativitat, Zeitlichkeit, Klang als physischer Erfahrung und kulturellen Rahmungen auseinander setzt.
Website: www.neohuelcker.de.
Mit großem Dank an: Lisa Fütterer, Armin Wieser, Elisabeth R. Hager, Alma Hager-Dombrowski, Flora Veit-Wild, Uli Schröder, Henry Wilde aka Antonia Baehr, Carola Schaal, Paul Hübner, Thies Diestelkamp, Lucien Danzeisen, Renate Deiml, Roswitha Zink und Sami
I am Radio
Wie Vögel singen weiß jeder, aber die wenigsten Menschen haben das Pfeifen der Magnetosphäre gehört. Und obwohl der Mensch so tut, als habe er die Elektrizität erfunden, sind Radiowellen natürliche Phänomene, erzeugt durch elektrische Stürme, Gewitter, Sonnenwinde und andere astronomische Phänomene. Diese Klangwelt war es auch, die die ersten Radiohörer gehört haben, Jahrzehnte bevor das eigentliche Radio erfunden wurde. In diesem Stück gilt es, das Radio als das zu erkunden, was es ist: ein einfaches Werkzeug, um den Elektromagnetismus als Natur zu begreifen, als Ressource zu betrachten und die ästhetische Erfahrung des Elektromagnetismus als ein Nachkomme des Äolischen zu erkunden. „The sky is only an antenna with a wide range“ (André Breton).
Roman Pfeifer, 1976 in Freiburg geboren, komponiert, inszeniert, produziert und forscht. Dabei arbeitet er prozessual, unter Einbezug von Klang, Instrument, Bewegung, Stimme, Licht, Raum und Blick. Resonanz und Just Intonation, Szenographie, Sprachsynthese und sprechende Instrumente sowie das erweiterte Feld der Musik sind Eckpunkte seiner kompositorischen Auseinandersetzung. Roman Pfeifer lebt und arbeitet in Köln.
Bassklarinette: Heni Hyunjung Kim
Performance: Linda Nordström


