Szenenwechsel im DialogMuseum

Szenenwechsel im Dunkeln      

Die 90-minütige Spezial-Tour im „Dialog im Dunkeln“ führt nach einer Bootsfahrt durch einen musealen Erlebnisraum. Dieser Raum ist wechselnden Ausstellungen vorbehalten. Das DialogMuseum lädt Frankfurter Künstler und Museen ein, sich von diesem Raum zu neuartigen Installationen inspirieren zu lassen.
Im dunklen Museumsraum fanden  bisher 7  Szenenwechsel statt. Die Partner waren: das Deutsche Architekturmuseum, das Museum für Kommunikation, der Künstler Roland Judex , das Städel Museum, das Maison des Canuts in Lyon sowie die Klangkünstler Stefan Militzer und Lasse-Marc Riek.

Den Anfang machte 2006  das Deutsche Architektur Museum mit der Rauminstallation „linear substance“. Damit gewannen die Städelschüler Luis Etchegorry und Florencia Colombo einen Wettbewerb und die Realisation. Die Installation arbeitete mit der räumlichen Wahrnehmung über unterschiedlichste Materialien, die den Raum „linear“ füllten und das „Ganzkörper-Sehen“ in uns aktivierten. Ganz anders war der Ansatz des Museums für Kommunikation, das ab Mitte Februar 2007  die Rauminstallation ablöste. Das Museum für Kommunikation präsentierte ausgewählte Sammlerstücke aus der Geschichte der Kommunikation. Dabei ging es nicht nur um die haptischen und akustischen Wiedererkennungswerte. Vielmehr hat „Stille Post“ zu einem interaktiven Spiel eingeladen, das eine Facette menschlicher Kommunikation aufgreift.
Mitte 2008 folgte mit „Touch your Emotions – Die Formensprache der Gefühle“  der Frankfurter Künstler Roland Judex. Seine Plastiken und Symbole wollen das Unsichtbare sichtbar machen. Der Künstler und Spezialist für nonverbale und visuelle Kommunikation entwickelte ein Formenkonzept, das sich aus 37 Bausteinen zusammensetzt und behauptete, dass es unsere Gefühlswelt visualisiert. Versuchsanordnungen ergaben, dass auch blinde Menschen in den abstrakten Formen menschliche Gefühle rasch wieder erkennen und sie gewissermaßen buchstäblich “begreifen“. Ab September 2010 begeisterte „The Virtual Image“ im DialogMuseum. Das DialogMuseum begleitete die Erweiterung des Städel Museums mit einer ungewöhnlichen Kooperation. Während der Umbauzeit des Städel Museums fand ein Werk aus der Sammlung des Städel Museums im “Dialog im Dunkeln” ein Ausweichquartier. Um welches Gemälde es sich handelte? Dieser Frage konnten die Besucher wie im DialogMuseum üblich auf ungewohnte Weise in kompletter Dunkelheit nachgehen. Nach einem Intermezzo von Torwandschießen im Dunkeln während und nach der Frauenfußball-Weltmeisterschaft gab es speziell zum BLINDEN PASSAGIER, einer unsichtbaren Reise nach Kanada, ab Juli  bis Oktober 2012 im Museumsraum originale Alltags- und Gebrauchsgegenstände der First Nation und der Inuit zu bestaunen und zu ertasten. Wer von Oktober 2012 bis Januar 2013 eine Spezialtour im Dialog im Dunkeln buchte, der durfte mit edlen Seiden Tuchfühlung aufnehmen. Denn dort war das „Maison des Canuts“ das Seidenmuseum aus Frankfurts Partnerstadt Lyon zu Gast im Museumsraum und bot im Rahmen der EUROPÄISCHEN KULTURTAGE der Europäischen Zentralbank viel Spannendes und Wissenswertes über die Geschichte der Seidenweberei. Seit Februar 2013 darf im Dunkeln wieder versucht werden das Runde ins Eckige zu treffen. Und von Februar 2014 bis Juni 2015 gab es für die Besucher erstmals eine Klanginstallation: “Klangsaiten” – ein interaktives Klangereignis! Nach der Idee und Installation von Lasse-Marc Riek und Stephan Militzer wurden an die Wände des Museumsraumes zwei Instrumente mit insgesamt zehn Saiten gespannt, die von den Besuchern berührt, gestrichen und gezupft werden konnten. Die überraschenden Alltagstöne ergaben zusammengesetzt eine individuelle Klangskulptur  einer jeden Besuchergruppe. Ab 18. Mai 2017 ist die Installation “meet the concrete” – L_ERSTELLEN zu erleben. Hier steht die haptische Auseinandersetzung mit taktilen Elementen und deren Positionierung im Raum im Fokus. In kurzer Zeit muss durch geschickte Kommunikation der Weg zusammengesetzt werden, der durch das Dunkel führt. Konzipiert wurde “meet the concrete” von Sofie Luckhardt und Lucas Kottmeier – zwei ehemalige StadtteilBotschafter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. Sie sind in Frankfurt bekannt geworden mit dem Stadtteilprojekt „dasda.hinter“.

 

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